Holzschnitt

Im Werk Joachim Dunkels nehmen die Holzschnitte eine besondere Stellung ein. Nur in den Jahren 1948-49 und 1991-99 entstanden, verblüfft ihre unmittelbare Wucht und expressive Kompaktheit, die mitunter fast etwas Bedrohliches hat. Auf Blättern von oft geradezu mächtigem Format entwickeln sich gedrängte, auf knappe, jedoch stets gegenständliche Formen reduzierte Darstellungen, denen der markante, dem Medium eigene Schwarzweißkontrast eine suggestive Kraft verleiht. Charakteristisch ist, dass die Schauplätze der Szenen keine oder allenfalls eine äußerst geringe, auf Andeutungen beschränkte Rolle spielen. In diesem Zug kommt der Plastiker, der vorrangig durch seine Figuren "sprechende", in Figuren denkende, ganz auf deren Haltung und Gesten konzentrierte Künstler zur Geltung.

Motive der annähernd 50 frühen Holzstöcke: Variété und Zirkus, Karneval und Maske, Phantasietier und Reiter, männliche und weibliche Einzelfigur, Paarfigur, Szenen aus der Bibel. Parallel zu den genannten Arbeiten entstanden kleinformatige weibliche Figuren. Motive der annähernd 50 späten Holzstöcke: Reineke Fuchs, Hubertushirsch, Totentanz, Tod am Nachmittag (Stierkampf), weibliche Figur, Szenen zu Orpheus, Marsyas, Actaeon, Daphne, Adonis, Hector.